FOTO WIEN - My point of view

FOTO WIEN - My point of view

März 18, 2019

My Point of View

DIETER BORNEMANN - SONG JING - MICHAELA PUTZ - HESSAM SAMAVATIAN

Vernissage: Freitag, 22. März 19:00 Uhr mit Walter Seidl

Exhibition Walk & Artist Talk: Dienstag, 9. April, 19:00 Uhr mit Rebekka Reuter, Chefkuratorin Westlicht

Laufzeit: Dienstag, 26. März bis Freitag 26. April, Dienstag bis Freitag, 13 - 18 Uhr

„Die Fotografie ist der Todfeind der Malerei, sie ist die Zuflucht aller gescheiterten Maler, der Unbegabten und der Faulen“, sprach Charles Baudelaire. Das war Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute wäre sein Urteil sicher ein anderes. Die Fotografie war im 19. Jahrhundert die "disrupitve industry" der gegenständlichen Malerei und damit Treiber für die Moderne. 150 Jahre später ist die Fotografie weit mehr als nur das Widerspiegeln der Realität.

Die Darstellung des Menschen war immer eines der Hauptmotive der Kunst. Durch das immer bereite Handy ist die Fotografie zum Massenphänomen geworden und hat sich vom ursprünglichen Produktionsmittel, der Kamera, gelöst. Das (Selbst)portrait - ob gefakt oder real - ist inzwischen ein inflationäres Mittel der Selbstdarstellung in allen Kanälen der Social Media. Doch Fotografie ist mehr. Als Kunstform findet sie immer neue Wege und Arten sich auszudrücken, um das Besondere, Ungewöhnliche und Überraschende abzubilden und auszudrücken. Der Blick durch das Objektiv „My Point of View“ bleibt subjektiv und zeigt das für die Künstlerin / den Künstler Wesentliche aus verschiedenen Perspektiven, in unterschiedlichen Dimensionen, oft abstrakt, meist emotional, immer mit Bedeutung.

Die Ausstellung „My Point of View” zur FOTO WIEN zeigt die künstlerische Bandbreite fotografischer Ausdrucksformen, die aktuell in Wien entstehen.

Dieter Bornemann,

geb. 1967 in Graz, ist über die analoge Pressefotografie zur künstlerischen Arbeit mit digitalen Bildern gekommen.

Familienaufstellung: Das Portrait einer Wiener Künstlerfamilie: Susanne Lacomb-Sengl, Peter Sengl und Tochter Deborah. Statt in herkömmlichen zwei-dimensionalen Portrait-Fotos werden die KünstlerInnen von allen Seiten abgelichtet und die entstandenen Bilder zu einer drei-dimensionalen Fotoskulptur zusammengesetzt. Es entstehen so aus drei Portraits neun Fotoskulpturen unterschiedlicher Größe, die in einem Spannungsverhältnis zueinanderstehen und die Größen- und Machtverhältnisse innerhalb einer Familie darstellen.

Song Jing 宋鏡, geb. 1983 in China, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Fotografie und bildende Kunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

In der vierteiligen Arbeit Law of Attraction, Fotoemulsion auf rostfreiem Edelstahl,ist diese zeitlos gültige Dualität sowohl materialtechnisch als auch thematisch widergespiegelt. Landschaft ist hier nicht als Bühne zitiert, auf der sich das Leben lediglich abspielt. Sie ist vielmehr jener duale Raum, der einen in Referenz auf die eigene innere Verfasstheit winzig, einsam oder verlassen fühlen lässt, der einen aber auch schützend umfängt.

Michaela Putz, geb. 1984 in Oberwart, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Art&Science an der Universität für Angewandte Kunst und Kommunikation und Politikwissenschaft in Wien. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit dem Selbstbild des Menschen in Zeiten der fortschreitenden Virtualisierung und untersucht die Spiegelungen auf den Oberflächen zeitgenössischer Kommunikationstechnologie sowie den Spuren körperlicher Interaktion auf diese.

Die Arbeiten Screen Romance sind Fotos von Bildern, die am Handy angezeigt werden. Dadurch sind auch die Fingerspuren am Screen sichtbar, die sich darauf spiegeln. Die Fotos sind Aufnahmen aus einer Beziehung, in die hineingezoomt wurde. Dadurch sieht man nur Fragmente von Haut und Körpern. Die Arbeiten werden hinter Acrylglas gedruckt, mit einer leichten Transparenz.

Hessam Samavatian, geb. 1984 in Teheran, studierte an der Universität für Angewandte Kunst Fotografie und hat 2017 mit dem Diplom „Im Schatten kein Schwarz“ abgeschlossen. In seinen meist installativen Werken wird die Fotografie oft zum selbständigen Thema und Motiv und nimmt ungewöhnliche Formen an.

Eine mit Alufolie ausgelegte Fotoschachtel für 100 Blatt Fotopapiere, 7 x 9 ½ inch, dient als Negativform für eine Reihe an Gipstafeln, die seit 2015 entstehen. Das Material Gips, das zunächst geschmeidig, nach dem Trocknen jedoch zerbrechlich ist, legt zwei unterschiedliche Assoziationen nahe: einerseits ist es ein Material, das immer schon verwendet wurde um Abgüsse zu fertigen, andererseits ist es nach dem Aushärten spröde und lässt sich leicht brechen. Die verschiedenen Oberflächenbehandlungen z.B. mit Fotoemulsion aufgebrachte Fotografien aus dem Besitz des Großvaters oder Chemogramme, in welchen der Gips auf Entwickler, Stoppbad und Fixierer reagiert, folgen dabei keinem Schema.

Ausstellungsansichten "My point of view", Galerie ARCC·art, 1070 Wien

Song Jing, Liquid Love

Song Jing, Liquid Love, Pigment Print on fine art paper, 126 x 189 cm, 2019

LAW OF ATTRACTIONSong Jing, LAW OF ATTRACTION I-IV, 2014, Fotoemulsion auf rostfreiem Edelstahl

Hessam Samavatian, Serie von Gipstafeln, 2019Hessam Samavatian, Serie von Gipstafeln, 2019

Hessam Samavatian, Serie von Gipstafeln, Ausschnitt, 2019

Hessam Samavatian, Serie von Gipstafeln, Ausschnitt, 2019

Dieter Bornemann, Familienaufstellung

Dieter Bornemann, Familienaufstellung

Dieter Bornemann, Familienaufstellung

Dieter Bornemann, Familienaufstellung

Michaela Putz

Michaela Putz, Screen Romance, 2018

Michaela Putz, Screen Romance

Michaela Putz, Screen Romance, 2018



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