David Smyth mit „Straßenbahnlinie D“ @ARCC.art Open Space

David Smyth mit „Straßenbahnlinie D“ @ARCC.art Open Space

April 06, 2017

Rede zur Eröffnung der Ausstellung am 5. April 2017

 

ARCC.art ist vor ein paar Monaten angetreten, um nicht nur jungen Künstlern eine Plattform zu bieten, sondern auch Hidden Champions vor den Vorhang zu holen. Und wenn Sie sich umsehen, werden Sie bemerken, dass David Smyth ein großartiger Künstler ist.

Meine Sozialisierung mit Kunst hat so richtig Anfang der Achtziger Jahre eingesetzt, als ich damals in der BAWAG zu arbeiten begonnen habe und wir einen sehr kunstsinnigen Generaldirektor hatten, der insbesondere von amerikanischer Kunst begeistert war. Diese wurde auch immer wieder in der inzwischen legendären BAWAG Foundation ausgestellt. Gezeigt wurden Arbeiten von Allen Jones, Alexander Calder, Andy Warhol, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Sol LeWitt und anderen. Einer war meiner Erinnerung nach nicht dabei, obwohl er zu dieser Riege der großen amerikanischen Künstler der Ostküste gehört, David Smyth. David war damals noch bei den jungen Künstlern und in Europa noch nicht entdeckt worden.

David Smyth wurde 1943 in Washington D.C. geboren. Er beendete seine Studien zum akademischen Maler 1969 am Art Institute of Chicago und im selben Jahr fand auch seine erste Einzelausstellung in der Allan Frumkin Galerie in Chicago statt. David übersiedelte dann Ende der 60er Jahre nach Manhattan und tauchte dort in die avantgardistische New Yorker Kunstszene ein. Er begann in verschiedenen New Yorker Galerien wie z.B. Paula Cooper, Leo Castelli, Ronald Feldmann und anderen auszustellen. Im Whitney Museum zeigte er eine Serie von Zeichnungen für großangelegte Land Art Arbeiten sogenannte Earth Works.

Um David Smyth als Künstler einordnen zu können, muss man wissen, dass er über 10 Jahre von der Galerie Ronald Feldmann vertreten wurde und dort mehrfach ausgestellt hat. Das ist die Galerie in New York, bei der auch Andy Warhol, James Rosenquist, Robert Rauschenberg und Joseph Beuys vertreten waren, um nur die zu nennen, die mir auf den ersten Blick aufgefallen sind. 

Seitdem werden seine Arbeiten in Museen und Galerien in Amerika, Europa und Asien gezeigt und seine Werke sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. So im Whitney Museum of Art in New York, im Brooklyn Museum, in der National Gallery of Art in Washington D.C., im Art Institut of Chicago, im Museum of Modern Art in Mailand aber auch in Österreich, z.B. im Museum von Herbert Liaunig in Neuhaus in Kärnten. Institutionelle Sammler wie Merrill Lynch, BorgWarner und viele andere haben Arbeiten von ihm angekauft.

David Smyth hat über 20 Jahre an amerikanischen Akademien und Hochschulen unterrichtet und immer wieder ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien unternommen. Gerne hat er früher gemeinsam mit anderen Künstlern auf einem Hausboot die malerischen Kanäle und Flüsse Frankreichs befahren. Impressionen dazu finden Sie in der Vitrine im zweiten Raum, die David gestern ganz persönlich gestaltet hat.

Jetzt lebt und arbeitet David Smyth hauptsächlich in Wien und in New York.

Im Jahr 2000 hat der Schweizer Kunstverlag Acatos eine Monografie über 30 Jahre künstlerisches Schaffen mit mehr als 600 Abbildungen herausgebracht, unter anderem mit Texten von Lily Wei, Marc Le Bot und Dieter Bogner. Wir haben dieses Buch hier, auch in einer Spezialausgabe, die jeweils eine Originalarbeit von David Smyth enthält. David hat jetzt wieder ein Buch zusammengestellt, das seine neuesten Arbeiten dokumentiert. Es gibt davon bis jetzt erst einige wenige Exemplare, denn wir sind noch auf der Suche nach einem guten Verlag.

Heute können wir die neuesten Arbeiten von David Smyth hier bei uns im ARCC.art Open Space in der Kaiserstrasse zeigen. Wir sind damit im Premiumsegment der Kunstwelt angekommen und können mit dieser Ausstellung für Sie und für uns eine Verbindung zur Hochblüte amerikanischer Malerei in New York herstellen. Ich kenne David seit mehr als einem Jahrzehnt und es war mir auch ein persönliches Anliegen mit der Gründung einer eigenen Kunstplattform und Galerie gemeinsam mit Ulla Bartel, ihm eine entsprechende Präsentationsfläche zu geben. Andererseits ist es für uns als junge Galerie natürlich eine ganz große Chance, Arbeiten dieses herausragenden Künstlers bei uns zeigen zu können.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Rudolf Leeb