Spencer Chalk-Levy: Junger New Yorker Künstler in der Klimt Villa Wien

Spencer Chalk-Levy: Junger New Yorker Künstler in der Klimt Villa Wien

Juli 20, 2017

Spencer Chalk-Levy  – Consumption and Lace

Junge Kunst in der Klimt Villa rund um Gustav Klimts 155. Geburtstag

 

Anlässlich des 155. Geburtstages von Gustav Klimt kooperiert die Klimt Villa Wien erstmals mit ARCC.art zur Förderung und Sichtbarmachung junger, hochtalentierter Künstler und Künstlerinnen. Für diese Kooperation ausgewählt wurde Spencer Chalk-Levy, dessen Arbeiten ein außergewöhnlich hohes Potential haben. Für zwei Wochen ist die Ausstellung "Consumption and Lace" in der Klimt Villa Wien zu sehen.

Der New Yorker Künstler Spencer Chalk-Levy ist ein scharfer Beobachter. In seinen Werken verarbeitet er das Wahrgenommene zu einem Narrativ, das den Betrachter zwingt tief in die Szenen seiner Figuren einzutauchen. Inspiriert von Menschen, Kulturen und Farben kreiert Chalk-Levy eine einzigartige visuelle Sprache.

In den teils grotesken, cartoonesken Szenerien zeigt Spencer Chalk-Levy auf, dass Mitten in der Debatte zwischen technischem Fortschritt und der schon längst und immer wieder totgesagten Malerei der Mensch noch immer ist und widmet sich damit auf seine eigene, humorvolle Art und Weise den Fragen des Existenzialismus. Spannend ist dabei die Wahl des Mediums. Neben der klassischen Leinwand bedient er sich vor allem des Kartons mit seinem rohen Charakter und des Teppichs, der dem Raum eine haptische Anmutung verleiht. Der Karton unterstreicht den flüchtigen Moment des Experiments. Die Tapisserien übersetzen die Malerei in eine textile Sprache, deren Bedeutung er nicht nur in Frage, sondern auf den Kopf stellt. Der Teppich – ursprünglich von Hand gewebt oder geknüpft – hat in der Kunst eine lange Tradition. Spencer Chalk-Levys zeitgenössischer Ansatz interpretiert das traditionelle Medium neu. Der digitale Produktionsprozess ermöglicht die Reproduktion der malerischen Vorgabe zugunsten einer neuen Stofflichkeit. Der von der Maschine eingenommene Prozess stellt die Dialektik zwischen Mensch und Medium somit erneut ins Zentrum.

Levys Ästhetik verläuft zwischen reiner Form und Realismus. Seine Figuren reduziert er auf das Wesentliche unbeachtet von korrekter menschlicher Anatomie. Mit präzisen Strichen und einer ganz spezifischen, oft monochromen Farbgebung formen sich Persönlichkeiten, teils dem eigenen Leben entnommen, teils der Geschichte.

Im Angesicht Chalk-Levys Arbeiten werden wir zu VoyeurInnen, zu GeschichtenerzählerInnen und erhalten einen flüchtigen, schnappschussartigen Einblick in die Abgründe des menschlichen Daseins.

 

Über den Künstler:

 

Spencer Chalk-Levy wurde 1986 in New York geboren. Er graduierte 2008 an der School of Visual Arts in Manhattan. Danach führte ihn sein Weg nach Europa auf den Spuren seiner Inspirationsquellen, wie Toulouse Lautrec, Otto Dix und Egon Schiele. Zwischen 2012 und 2014 arbeitete er als Barkeeper in einem Berliner Nobelbordell, wo er sich in der Beobachterrolle viele Inspirationen für seine Kunst holte. Seit 2015 lebt und arbeitet der Künstler in Wien, Berlin und New York.

 

Text: Ulla Bartel 

 

Vernissage: 14.7.2017 

Ausstellung: 15.7.-31.7.2017

Ort: Klimt Villa Wien, Feldmühlgasse 11, 1130 Wien

Öffnungszeiten: Do-So 10:00 – 18:00 Uhr

Eintritt 8 EUR