Ingrid Mauthner

 

 

Ingrid Mauthner

Ingrid Mauthner

Ungeachtet der gegenwärtigen Relevanz der einen Reichtum an Facetten versprechenden Werke scheinen wenige praktizierende KünstlerInnen bereit, die Wiedererkennbarkeit eines singulären Stils oder der verfahrenstechnischen Monotonie gegen die Risiken der methodischen Diversifizierung einzutauschen. Ausgehend von der figurativen Malerei, die sie nie gänzlich aufgegeben hat, bleibt Ingrid Mauthner offen für experimentelle Neuerfindungen, wechselt Bildträger, Techniken und Sujets und kreiert eine Vielzahl von Artefakten, die mit ihrer Präferenz für satte Farben und deren energische, zügige Verteilung dennoch unverwechselbar ihre eigenen sind. Andere der Mode und Kosmetik entlehnte Gemeinsamkeiten sind Colour-Blocking, Contouring und der freizügige Einsatz von Glitter. Letztgenannter wurde von Mauthner wegen seiner reflektierenden Effektivität als essentielles Merkmal ihrer aktuellen Serie von Arbeiten ausgewählt, die sie “Fastplastiken” nennt: Leinwände werden mit Schichten aus verschiedenfarbigen, mit transparentem Flüssigkleber oder anderen Malmitteln angerührten Glitter überzogen, die variierend gegossen, getropft, mit Pinseln, Stäben und Spachteln verstrichen oder direkt mit Handschuhen aufgetragen werden. Das Verfahren produziert mäandernde, geronnene Überzüge irisierender Partikel, die in manchen Fällen organischen Strukturen ähneln (Flechten, Algen) oder extravagant kolorierten Camouflage-Mustern. Ihre unebene, verdichtete Oberfläche lädt die BetrachterInnen dieser Fastplastiken ein, den Blickwinkel kontinuierlich zu wechseln, um so ihre changierenden Reflexionen und Eindrücke auf sich wirken zu lassen – immateriell und reell plastisch zugleich.
M.W.

 

 

Ingrid Mauthner studierte Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien, bei Hubert Schmalix, Peter Dressler und Amelie Wulffen. 2006 schloss sie mit Diplom ab.
Lebt als freischaffende Künstlerin in Wien und arbeitet in den Bereichen Malerei, Wandmalerei, Zeichnung, Collage, Text und Web.  Seit 2015 widmet sie sich hautsächlich ihren „Fastplastiken“. Der Begriff „Fastplastik“ hat mit dem Skulpturbegriff „Plastik“ zu tun. Der Betrachter nähert sich der „Fastplastik“ wie einer „Plastik“, er kann sich aber nur fast um sie herum bewegen, daher der Name. Als Material verwendet sie Glitzerchips, die das Licht reflektieren. Das zurückgeworfene Licht lässt die strahlenden Arbeiten je nach Blickwinkel des Betrachters unterschiedlich erscheinen.

 

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl)

2018 Glitzer & IMS – enjoy it!, Kunstraum 4HG4, Wien
2017 Oh! Ah! Glitter!, Open Studio, KunstQuartier, Wien

2016 Open Studio KunstQuartier, Vienna Art Week 2016, Wien

2014 Kunstasyl 2014, Atelierhaus der Akademie der Bildenden Künste Wien, (Auktion)
2012 Kunstasyl 2012, Theater Nestroyhof Hamakom, Wien, (Auktion)
2009 TASTE IT, SVA-Galerie, Wien
2009 Geschichten aus dem Boudoir  - Neue Arbeiten, Forum Mozart, Wien
2007 IIASA, Schloß Laxenburg, Kaisergang, Laxenburg
2006 multiplier, white club, Verein für junge Kunst, Salzburg
2006 Junger Sommer 2006, Galerie Wolfgang Exner, Wien
2005 Junger Sommer 2005, Galerie Wolfgang Exner, Wien
2004 Line / Spot, Black Dragon Society, Wien
2003 Klasse Schmalix, Arbeiten auf Papier, Architekturbüro Tadeusz Spychala, Wien
2003 Blaue Donau und das Schwarze Meer, Literaturmuseum Odessa